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  • Andreas Diegler

Meerblick = Rückblick


Wenn ich an die Küste fahre und dort weit hinaus auf das Meer schaue,

fühlt es sich immer auch ein bisschen wie ein Blick in den Rückspiegel an.

Die Weite des Meeres, die Seeluft und der Klang der Wellen

lassen mich klarer auf meine Vergangenheit schauen.


Und der Blick zurück macht mich nachdenklich.

Denn so einfach wie Bosse kann ich es mir nicht machen.

Ich bereue zwar nicht viel. Aber gar nichts bereuen?

Das kann ich nicht.

Es gibt eine Entscheidung in meinem Leben, die ich bereue.

Viel zu lange habe ich nicht zu mir gestanden.

Viel zu lange habe ich mich nicht akzeptiert, wie ich bin.

Viel zu lange habe ich mich selbst gequält und verbogen.

Viel zu lange habe ich mich von der Gesellschaft

und der katholischen Kirche eingeschüchtert gefühlt.

Und das bereue ich.


Der Schritt, zu mir selbst zu stehen, hat mir viel von dem Ballast genommen,

den ich jahrelang angehäuft und mit mir herumgeschleppt habe.

Dass ich diesen Schritt nicht früher gewagt habe, bereue ich.


Heute ist mir klar: ich möchte nicht bei dem Blick in den Rückspiegel stehenbleiben.

Denn Bereuen ist kein gutes Gefühl.

Aber es lässt sensibel werden für das, was noch kommt.

In Zukunft möchte ich mit der Erfahrung vergangener Zeiten

wesentlich bewusster meine Entscheidungen treffen.


Ich schaue wieder hinaus auf die See und bin gespannt auf die Freude und Lacher,

die noch kommen werden.


Meerblick = Ausblick


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